Der Jungakademiker Schröder und seine Zeitgenossen
In dieser Zeit begann sein politisches Engagement:
Er trat 1963 in die SPD ein und tat sich bei den
Göttinger Jungsozialisten hervor, deren Vorstand
er vorübergehend angehörte. Neben seiner
politischen Betätigung und Erwerbstätigkeit holte
Schröder zunächst die Mittlere Reife (1964), dann
das Abitur (1966) nach. Dem schloss sich 1966 bis
1971 ein Studium der Rechtswissenschaften in Göt-
tingen an, für das er 1971 das erste juristische
Staatsexamen ablegte.
Nach seiner Übersiedelung nach Hannover, wo er
am Landgericht das Referendariat absolvierte,
bestand er 1976 das zweite Staatsexamen. Im
selben Jahr wurde er in der niedersächsischen
Landeshauptstadt als Rechtsanwalt zugelassen.
Den Beruf eines selbständigen Rechtsanwaltes
übte Schröder dort in den Jahren 1978 bis 1990
aus.
Sein politisches Engagement setzte sich auch
in Hannover fort: 1971 wurde Gerhard Schröder
Juso-Vorsitzender im Bezirk Hannover, 1973 Mit-
glied der dortigen ÖTV. 1977 trat er in den SPD-
Vorstand der Bezirke Hannover und Hannover-Stadt
ein. Im Februar 1978 wählte ihn der Juso-Bundes-
kongress zum neuen Bundesvorsitzenden der Jung-
sozialisten, als welcher er 1979 mit großer
Mehrheit bestätigt wurde. Aus Altersgründen
schied Schröder 1980 aus dieser Funktion aus.
Seit 1979 Mitglied des Parteirates der SPD
gehörte er von 1980 bis 1986 dem Deutschen
Bundestag an. ......
(Gerhard Schröder - Biografie WHO'S WHO)
"Unerbittlich standen sich zwischen 1970 und 1979
drei Strömungen gegenüber: die Systemüberwinder,
die Stamokap und die Antirevisionisten. Letztere
sahen den Staat als nicht reformierbar an, also
mußte er verschwinden, um eine neue klassenlose
Gesellschaft aufbauen zu können. Diese Auffassung
vertrat zu Anfang auch Gerhard Schröder."
(Schröder und die Jusos - archiv.hanflobby.de)
Die Seelenfänger von KGB und Stasi:
Während in Westdeutschland die rebellischen Acht-
undsechziger ihre Phantasien von einem besseren
proletarischen Osten auf die ihnen unbekannte
Sowjetunion projizierten, versuchte der KGB diese
Situation auszunutzen. Es ist bekannt, dass um
das Jahr 1972 eine Rekrutierungskampagne an West-
berliner Hochschulen durchgeführt wurde, die je-
doch ein Schlag ins Wasser gewesen sein dürfte
(Westberliner, die im Schatten der Mauer lebten,
waren in der Regel immun gegen Indoktrination).
Dabei wurden für geeignet befundene Zielpersonen
unter Verwendung verfeinerter Methoden angegangen.
Ein neuartiges Vorgehen, das sich von den plumpen
Anwerbeversuchen östlicher Dienste aus früheren
Jahren erheblich unterschied. Später gab es in
der westdeutschen Presse Hinweise, die vermuten
lassen, dass sich diese Kampagne auch auf andere
Hochschulen der Bundesrepublik erstreckte.
Bedenkt man die Gleichgültigkeit und Unkenntnis,
mit der zu jener Zeit die innerdeutschen Probleme
von einem großen Teil der "restdeutschen" Bevölke-
rung gesehen wurden, ist es nicht auszuschließen,
dass dem KGB und der Stasi die Rekrutierung naiv-
romantischer "Salonrevoluzzer" an westdeutschen
Hochschulen gelang. Wie viele danach den "Marsch
durch die Institutionen" antraten und mit ihrer
großen Klappe eine Karriere im verabscheuten
Establishment machten, ist heute nicht mehr ohne
weiteres festzustellen. Was die Akten der ange-
worbenen "Auslandskader" betrifft, so sind diese
sog. Rosenholz-Akten bereits kurz nach der Wende
in die USA geschafft und später nur teilweise
zugänglich gemacht worden. Vieles bleibt daher
im Dunkeln.
PS: Man sollte auch den Aspekt der Erpress-
barkeit solcher Kandidaten durch US-Dienste
nicht unterschätzen !
"Dokumente der DDR-Staatssicherheit zeigen
die Arbeitsweise einer Allianz aus Stasi,
Studentenbewegung und Teilen der Medien -
von Hubertus Knabe - Die Welt v. 23.03.2001"
(Website der PDS Sachsen mit Artikeln zur
Auslandsarbeit der Stasi, zum Umgang mit
den Stasi-Akten, zur Außerparlamentarischen
Opposition APO in der BRD der 60er Jahre)
"Damit hatte die Stunde von "Topas", alias
Rainer Rupp, geschlagen. Rupp war als west-
deutscher Student im Jahr 1968 von der HVA
als Informant unter dem Codenamen "Mosel"
angeworben worden. 1972 heiratete er die
Engländerin Ann-Christine Bowen, welche er
als Agentin "Kriemhild" gewinnen konnte.
Bowen arbeitete damals bereits in unterer
Charge für die Nato. 1977 wurde sie ins Of-
fice of Security ins Hauptquartier versetzt.
Im gleichen Jahr gelang es Rupp, selbst
eine Anstellung als Länderreferent im Wirt-
schaftsdirektorat der Nato zu bekommen. ...
Alle sechs bis acht Wochen war Rupp zur
Berichterstattung im Lagezentrum der Nato,
was ihm die Möglichkeit gab, sich vollum-
fänglich über den aktuellen Stand der Ver-
teidigungspläne der westlichen Allianz ins
Bild zu setzen. Diese Informationen über
die westliche Verteidigungsbereitschaft
und -stärke gab "Topas" auf Mikrofilm fest-
gehalten an die HVA-Zentrale in Ost-Berlin
weiter, von wo aus sie nach Moskau gelangten.
"Topas" wurde 1990 identifiziert und 1993 in
Deutschland zu zwölf Jahren Haft verurteilt."
( "ETH life" zum "Parallel History Project"
(PHP), an dem die ETH-Forschungsstelle für
Sicherheitspolitik beteiligt ist. Es wurden
die Stasi-Dokumente zur Nato ausgewertet.
Eidgenössische Technische Hochschule Zürich,
Tagesbericht vom 6.11.2003.)
Eine konsequente Politik:
"Aufmerksame Zeitgenossen erinnerten sich, wie
Schröder als SPD-Kandidat für das niedersäch-
sische Ministerpräsidentenamt vor einer Land-
tagswahl wie ein Staatsmann von SED-General-
sekretär Erich Honecker empfangen wurde - eine
unterstützende Maßnahme aus dem Osten. Es gab
verschiedene Freundschaftsdienste aus Pankow
für die SPD."
(Zeit-Fragen Nr. 72d vom 23.10.2000)
"Seit dem Mauerfall haben die deutschen Kanzler
die Nähe zu Rußland gesucht. Bei Helmut Kohl
war es das Schuld- und Verantwortungsgefühl der
Kriegsgeneration, das die "Saunafreundschaft"
mit Boris Jelzin begründete. Und es war auch
kein Zufall, daß der ehemalige Juso-Vorsitzende
Gerhard Schröder eine romantische Beziehung zu
Rußland fand, die in der Adoption eines kleinen
russischen Mädchens gipfelte. Die aus Unkenntnis
des Landes gewachsene Russophilie Schröders traf
während seiner Kanzlerschaft auf die Charme-
Offensive eines Wladimir Putin, der wie Schröder
von ganz unten kam und der diesen Deutschen zu
nehmen wußte. Die Vorbehalte gegenüber Amerika
kamen hinzu."
(Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.1.2006)
"Eine Stasi-Karriere: Der Altkanzler als Aufsichts-
rat und die Stasi-Akte des deutschen Pipeline-Chefs
Matthias Warnig, der mit ihm bei Putins Gazprom im
Vorstand arbeitet."
(Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher
Landwirte vom 15.12.2005 auf der Basis von Unter-
lagen der Birthler-Behörde)
"Kanzleramt wusste Bescheid - Abteilung war über
Bürgschaft für Gazprom informiert. ........ Wie
in dem Schreiben (des Amtes) mehrfach versichert
wird, sei der frühere Kanzler Gerhard Schröder
jedoch in seiner Amtszeit nicht persönlich über
die geplante Milliardenbürgschaft unterrichtet
worden."
(Süddeutsche Zeitung vom 29.4.2006)
Apropos "ungeliebte" BILD-Zeitung: An diesem
Montag erschien keine andere der großen Tages-
zeitungen in Westberlin. Also hatte eben BILD
die Story.
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Die deutschen Jahre des KGB-Offiziers Putin
Putin, Wladimir Wladimirowitsch
(Russland), Leningrad 7.10.1952;
seit 1999 Ministerpräsident,
seit 2000 Präsident Russlands.
Eine verblüffende Karriere:
Absolvent der juristischen Fakultät der Leningrader Universität.
1975 beginnt er seine Tätigkeit in der Ersten Hauptabteilung
des KGB, der Auslandsspionage. 17 Jahre arbeitet er im KGB
bzw. in der militärischen Aufklärung GRU des Generalstabes,
viele Jahre davon in der DDR. Anfang der 90er Jahre quittiert
er den Dienst und wird Berater des St.Petesburger Bürgermeisters
Anatoli Sobtschak, der ihn schließlich zu seinem Stellvertreter
macht. Als Sobtschak 1996 nicht wiedergewählt wird, geht Putin
nach Moskau und wird im August stellv. Kanzleileiter von Präsident
Jelzin, im März 1997 stellv, und von Mai bis Juli 1998 erster
stellvertretender Leiter der Administration des Präsidenten.
Dann ernennt Jelzin ihn zum Direktor des Inlandsgeheimdienstes
FSB. Als dieser ihm in Personalunion auch noch das Sekretariat
des Jelzin zugeordneten Sicherheitsrates überträgt, wird Putin
zu einer der mächtigsten Figuren im Machtzentrum. Am 9.8.1999
wird er von Jelzin, der zuvor Regierungschef Stepaschin entlassen
hatte, zum kommissarischen Ministerpräsidenten ernannt und am
16.8. von der Duma bestätigt. Putin ist der vierte russische
Premier in 17 Monaten. Die Staatsduma bestätigt am 18. August
1999 mit 232 gegen 84 Stimmen bei 17 Enthaltungen Putin als neuen
Ministerpräsidenten. In dem neuen, nur auf sehr wenigen Posten
veränderten Kabinett wird Jurij Tschaika, der am 29. Juli 1999 von
seinem Amt als geschäftsführender Generalstaatsanwalt entbunden
worden war, neuer Justizminister. Der ehemalige KGB-Auslandsagent
Putin wie sein Vorgänger Stepaschin ein loyaler Gefolgsmann Jelzins
und dessen Wunschkandidat als Nachfolger im Präsidentenamt,
verspricht die Schaffung der Verteidigungsfähigkeit des Landes
und die Durchführung freier und fairer Wahlen.
Die deutschen Jahre:
"Putins berufliche und politische Karriere wird von zahlreichen
Skandalen gesäumt, die aber stets im Halbdunklen blieben und
nie völlig aufgeklärt wurden. Als KGB-Agent in Deutschland soll
er Agenten angeworben und westliche Besucher der Leipziger
Messe ausspioniert und erpresst haben."
(World Socialist Web Site 2.2.2000)
Stasi-Berichte legen nahe, dass der KGB-Mann Wladimir Putin in
Dresden und Leipzig eine besondere Rolle spielte.
Den alliierten Geheimdiensten ist Putin während seiner Zeit als
DDR-Resident auch aufgefallen: In den achtziger Jahren soll ein
Foto Putins entstanden sein, das den KGB-Mitarbeiter vor dem
Westberliner KaDeWe zeigt. Es heißt, Putin sei damals observiert
worden, weil er allein den Checkpoint Charlie passiert hatte und
man daher in ihm einen Agentenführer vermutete, der zum Treff
reist.
In der DDR soll Putin offiziell als Diplomat angemeldet gewesen
sein, eine übliche Tarnung für Geheimdienstmitarbeiter. Im "Diplo-
matischen Protokoll Fremde Missionen" des DDR-Außenministeriums
findet sich tatsächlich das Foto eines sowjetischen Diplomaten,
der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Putin aufweist. Nach diesem
Protokoll handelt es sich bei dem Betreffenden um einen Aleksandr
Rybin, geboren am 9. Februar 1947 Seine Akkreditierung in der
DDR dauerte von 1982 bis 1986.
Ein falscher Name und Angaben über die Zeitdauer der Akkreditie-
rung, die von den bekannten Daten abweichen - es wird davon aus-
gegangen, dass Putin von 1984 bis 1989/90 in der DDR arbeitete -
sind für Geheimdienstler, die als Diplomaten getarnt sind, nicht
ungewöhnlich. In Dresden, so erinnerte sich ein früherer Hoch-
schullehrer der Technischen Universität, sei Putin unter dem Namen
Oberstleutnant Adamow aufgetreten. Er habe Freundschaftstreffen
zwischen sowjetischen Soldaten und Dresdner Studenten organisiert.
(DIE OPPOSITIONELLE Daten-Fakten-Hintergründe vom 3.5.2006
zitiert aus: http://denews.yahoo.com/)
..... Ein Beispiel dafür, wie sich die Aktionen des KGB und der
Stasi ergänzten, liefert der abgebildete Zeitungsausschnitt vom
17.7.1972 (siehe unten).
Hin und wieder wurden auch Fahrzeuge mit Ostberliner Diplomaten-
kennzeichen in einer dafür eher untypischen Gegend Westberlins
beobachtet.
Wollte man aber mit einem Diplomatenwagen nicht auffallen, dann
war es eher angesagt, in das alte Botschaftsviertel am Tiergarten
zu fahren. Schließlich befanden sich hier noch immer Konsulate.
Im übrigen war diese Gegend aber menschenleer. Hier gab es auch
noch einige der letzten Ruinengrundstücke Westberlins, was ver-
mutlich mit ungeklärten Besitzverhältnissen dieser Grundstücke
zusammenhing. Also kein schlechter Ort für einen unauffälligen
Treff. Das muss sich wohl auch der "Diplomat" mit dem dünnen
blonden Haar gedacht haben, der mir hier eines Tages auf einem
Spaziergang zufällig begegnete. An einer Stelle, die sonst nur
von den Konsulaten friedlicher kleiner Staaten umgeben war,
hielt sein Wagen unvermittelt in der Straßenmitte, gleichzeitig
mit einem Westberliner PKW, der aus der Gegenrichtung kam. Ein
Umschlag wurde in den Diplomatenwagen hinübergereicht. Den
Fahrer des PKW konnte ich dabei nicht näher erkennen. Sein Wagen
war mir lediglich dadurch aufgefallen, dass er schon zwei Minuten
vorher mit geringer Geschwindigkeit an derselben Stelle vorbei-
gefahren war. Wer diese Gegend aus früheren Jahren kennt, der
wird mir vielleicht recht geben, dass alleine schon das gleich-
zeitige Auftauchen zweier Fahrzeuge in dieser abgelegenen Straße
ungewöhnlich war. Um das denkwürdige Erlebnis abzurunden, wartete
dann auch noch eine Dame an einer nahen Behelfshaltestelle der
Berliner Verkehrsbetriebe auf ihren Bus. Dazu ist noch festzu-
stellen, dass an dieser Stelle wirklich nie ein Bus hielt, auch
nicht ausnahmsweise. Die Behelfshaltestelle mit ihrem Zementsockel
verschwand dann auch in den nächsten Tagen genauso schnell wieder
wie sie ein oder zwei Tage vorher aufgetaucht war. Ich hoffe, Sie
glauben mir, dass mich die besagte Dame unbekannterweise auch noch
freundlich und leicht belustigt grüßte, als ich mit verdutztem
Gesicht an ihr vorüber ging. Ich gehe deshalb einmal davon aus,
dass es sich bei ihr um eine "Westlerin" handelte. Nach Filmauf-
nahmen zu einem Spionagethriller sah das Ganze ansonsten überhaupt
nicht aus.
So also kann man sich die Tätigkeit gewisser Ostblockdiplomaten im
Westberlin jener Jahre einmal bildhaft vorstellen. Auch nach Jahr-
zehnten steht mir dieses Erlebnis ebenso deutlich vor Augen, als
ob es erst gestern gewesen wäre. Ich habe auch schon 'mal überlegt,
wer denn wohl beim Staatsbesuch von Präsident Putin bei Kanzler
Schröder in Berlin dem anderen die Hauptstadt gezeigt haben mag.
(BLUEPRINT magazine / W.W. / 3.5.2006, Update 2.9.2007)
"Was tat Putin nun wirklich in der DDR? War er an politischen
Manövern hinter den Kulissen beteiligt, von denen DDR-Kollegen
aus dem Ministerium für Staatssicherheit nichts wussten? Warum
gaben ihm russische Kollegen den Spitznamen Stasi? Putin stieg
innerhalb von 5 Jahren zum Hauptmann, dann zum Oberstleutnant
auf, was für damalige Verhältnisse keine schlechte Karriere war."
(Wladimir W. Putin - die ausführlichste Biographie im Netz)
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